Auch wenn es im Nachmittag immer grauer und ungemütlicher wurde, pünktlich um 11.30 Uhr, als Marie-Thérèse Beckers, Präsidentin des Altweiberkomitees, den Schlüssel des Gemeindehauses aus den Händen von Bürgermeister Luc Frank erhielt, kam wie auf Knopfdruck die Sonne heraus.

Von Cynthia Lemaire

Die Alten Weiber auf dem Kirchplatz strahlten mit der Sonne um die Wette, jubelten ihrem Komitee zu und nutzten die Gelegenheit, ein wenig zu verschnaufen, zu schunkeln oder eine Suppe zu verspeisen.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Alten Weiber in Kelmis bereits anderthalb Stunden durch das Zentrum gezogen. Um 10 Uhr ging es am Select los, die Lindenallee hinauf. Nach wenigen Metern wurden sie bereits von den „süßen Kerlen“ verwöhnt: Es gab Zuckerwatte, Popcorn und Süßigkeiten, liebevoll zubereitet von Pierre Didden und Hubert Jungbluth. Das Duo lässt sich jedes Jahr zum Altweiberzug etwas Besonderes einfallen. „Letztes Jahr hat uns ja das Thema Wiederaufnahme des Bergbaus beschäftigt. Also waren wir Bergleute“, erzählt Pierre Didden und dreht eine Mini-Zuckerwatte nach der anderen. Die „alten“ und „jungen“ Weiber ziehen weiter, im typischen Au Wiever-Kostüm oder als Harlekins, Cruella de Vil von 101 Dalamtiner, Hippies oder Leoparden verkleidet. Tüll und Federboas in sämtlichen Farben, so weit das Auge reicht.

Auf dem Kirchplatz begrüßte das Gemeindekollegium als Piloten-Crew verkleidet die Au Wiever. Sie habe sich schon sehr auf die erste Bürgermeisterin von Kelmis gefreut, so Sylvia Bergmanns vom Altweiberkomitee Richtung Schöffin Nadine Rotheudt, doch da dies nicht eingetreten sei, hoffe man jetzt auf mehr Frauenpower in wichtigen Posten. Jedes Kollegiumsmitglied erhielt passend zu seinem Amt einen Ratschlag mit auf den Weg und jedes Mal endete die Ansprache in Kelmiser Platt mit dem Motto des Komitees, das auf Hochdeutsch ausgerufen wurde: „Können wir das schaffen? Ja, das schaffen wird. Hand in Hand durchs KeNeHeMo-Land“. In einem Jahr wollen die elf Damen des Komitees mit den Gemeindeverantwortlichen Bilanz ziehen, ob diese ihren Job gut gemacht haben. Unter anderem wurde Marc Langohr damit beauftragt, das „Militärgefährt“ des Bürgermeisters auf dessen Umwelttauglichkeit zu prüfen.

Bürgermeister Luc Frank stellte auf Kelmiser Platt – wie könnte es anders sein – seine Piloten-Kollegen mit Text und passendem Lied vor. Genug Selbstironie bewies er bei der Liedauswahl für sich selbst „Ich ben ‘ne kleine Mann un han se nit mih all op dr Pann“ tönte das Höhner-Lied aus der Musikbox.

Nach der Schlüsselübergabe jagte in Kelmis sozusagen ein Highlight das nächste. Über Kirchstraße, Lütticher Straße und Maxstraße ging es zum Zelt am Gemeindelager an der Lütticher Straße, wo die „Au Wiever“ nach Herzenslust beköstigt wurden. Auch im Zelt am Carrefour-Supermarkt gab es genug Stärkung, damit alle gegen 14.30 Uhr das Konzert auf dem Kirchplatz mit Livemusik zu genießen konnten.

Wer dann noch nicht genug hatte, zog zur Patronage, wo bei der Karnevalsparty des Karnevals Komitee Kelmis bis in die Morgenstunden gefeiert wurde.grenzecho.be/fotos

Auf dem Kirchplatz begrüßte das Gemeindekollegium als Piloten-Crew verkleidet die Au Wiever.

Altweiberdonnerstag in Kelmis

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